Träsh + HI MUM

EINTRITT Frei - Der Hut geht rum!

TRÄSH: Das sind Mini und Shake. Nomen est nomen. Nachdem die zwei Musikerinnen die klassischen 40 Tage und 40 Nächte durch die öde Wüste der Musikindustrie geirrt sind, den Teufel bei den Hörnern gepackt und Versuchungen nachgegeben und widerstanden haben, sind sie zu dem Schluss gekommen, dieses Teenage Wasteland ab jetzt als Spielwiese und nur noch als Spielwiese zu nutzen. Ambitionen? Haben die zwei nicht, denn sie sind TRÄSH!

Der Anspruch: Musik machen. Ein Gaudium veranstalten, vielleicht auch a mal ein Spaghetti-Symposion, wenn es gerade passt. Folgt dieser TRÄSH-Journey, sie wissen selbst nicht, wohin sie führt - und gerade dann wird’s ja oft erst richtig spannend. Der einzige Bereich, wo Mini und Shake wirklich ehrgeizig sind, ist der Live-Sektor. Gerade arbeiten sie mit der Produktionsfirma der ABBA-Avatare an ihrer eigenen Hologramm-Show. Die wird es wahrscheinlich bald wöchentlich im Bad Aiblinger Heimatmuseum zu sehen geben, das immer Sonntags von 14:00 bis 14:30 geöffnet hat. An Guadn!
PS: Die erste Single heißt übrigens “Soul Stomper”. Die ist ziemlich peppig geworden. Die zweite heißt “Dead Inside”. Man munkelt, der Papst hört die Songs gerne beim Joggen. Four to the floor. Rio, Rosenheim, Vatikan.

TRÄSHs Vorbilder: AC/DC, Sister Rosetta Tharpe, The Whitestripes, Trio, Dust, Georg Ringsgwandl.

DIY-Haltung, Slacker-Romantik und der Flirt mit den MTV-Heydays – eine bekannte Ästhetik, die irgendwie nicht totzukriegen ist und in HI MUM aus Nürnberg ein weiteres Pro-Argument findet. Das Spiel mit der Laut-Leise-Dynamik beherrscht das Quartett ebenso wie die Kombi aus unbeschwerten Pop-Harmonien und den obligatorischen Gitarrenwänden. Ein angenehmes Gefühl von Vertrautheit, in der Nostalgie aber trotzdem nur eine Randnotiz bleibt. Dafür sind die Songs zu dringlich und die Attitüde zu unverkrampft. Textlich schweift der Blick mal bittersüß, mal semifröhlich durch die bunte Gefühlskiste aus persönlichen Erfahrungen, rätselhaften Begegnungen und popkulturellen Referenzen. Wer Genres zur Sound-Einordnung braucht, sollte mit den Begriffen Alternative, Shoegaze, Indie & Grunge eine konkrete Vorstellung bekommen. Der Vibe ist damit klar – HI MUM liefern ihn maximal unverbraucht.

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